Zuerst mal die gute Nachricht... für mich zumindest: morgen kommt endlich ein zweites Au Pair zu uns in die Nachbarschaft und ich freue mich darauf, wie auf ein neues Haustier. Aber auch wenn meine Grundcharaktereigenschaft, nicht mit Fremden zu reden, es mir mit Fünf sehr leicht gemacht hat in keinen Candy Truck gelockt zu werden, so ist sie nun wesentlich unpraktischer bei dem Unterfangen soziale Kontakte aufzubauen. Vielleicht gehe ich in Zukunft einfach darauf über andere mit selbst gestrickten Socken für mich zu begeistern. Mal schauen. Ich sollte stricken lernen.
Gestern war ich, zwecks "mal aus dem Haus kommen", wieder in Madrid und überrascht wie schwer es ist eine normale Drogerie zu finden. Madrid ist wirklich schön, mit seinen alten Häusern und den verwinkelten Gassen hat es einen unaufdringlich romantischen Charakter aber drei Stunden nach einer Coloration für mein, dank Chlor und Sonne, inzwischen dreifarbiges Haar suchen zu müssen geht zu weit. Da sollte mal einer was unternehmen.
Ansonsten war meine Woche eher mittel spannend und bestand aus verschiedenen Serien, Englisch mit den Kindern üben, mich selber vor Spanisch drücken, Essen, und der permanenten Überlegung wie ich es schaffe, dass man mich in einem halben Jahr nicht zurück nach Deutschland rollen muss. Ernsthaft. Dass man im Grunde alles frittieren kann wusste ich, aber muss man es deswegen auch machen? Ich vermisse meinen Kühlschrank.
zwei Bilder von der Innenstadt und eins von Spagetti Cabonara... es gibt keinen Zusammenhang, das Spagetti Bild ist nichtmal neu, ich hab es nur gerne auf der Seite
Wer sich bisher überraschend wenig bei mir meldet ist meine Familie. Meine Gastmutter, eine wirklich liebenswerte, etwas (positiv) verdrehte Spanierin, ist der festen Überzeugung dass meine Eltern ausgewandert sind und den Kontakt zu mir deshalb nun Stück für Stück abbrechen werden. Die einzige Information die von meinem Bruder kam, war dass er mich nicht vermisst und jetzt meinen Fernseher in seinem Zimmer installiert hat. Danke, du Nestbeschmutzer.
Inzwischen ist es kurz nach 10 und ich fiebere schon auf den Moment hin, wenn ich morgen aufwache und die Kinder in der Schule sind. Schließlich bereiten die nicht nur Freude sondern auch viel Lärm und gelegentlich Kopfschmerzen. Ich werde jetzt also noch eine Aspirin oder acht einwerfen, weiter Serien schauen und mich auf mein neues Haustier freuen... Nein. Halt. Egal. Gute Nacht



